Der letzte Eintrag ist schon länger her und hieß verheißungsvoll Rocklands Part I, warum es nicht zu einem Part II erfährt man jetzt hier.
Ich bin in den Rocklands ohne Kreuzband im linken Knie, aber trotzdem einer Menge Motivation und Lust auf tolle Boulder angerückt. Jetzt denkt bestimmt jeder ”Der Depp hat sich das Knie beim Abfallen noch mehr geschrottet.” und ja, ich habe mir das Knie noch mehr zerstört, aber nicht heldenhaft bei einem fiesen Ausstieg in 6 Metern Höhe, sondern total unspektakulär beim Rauslaufen aus dem Gebiet: Nach zwei Wochen Bouldern in den Rocklands mit Abfallen, Stürzen, Austoppen, wackligen Zügen und vielem mehr bin ich “einfach” in ein scheiß Loch getreten und mir ist das eh lädierte Knie voll weggebrochen. Den Wutschrei, den ich von mir gegeben habe, als ich realisiert habe, dass der Urlaub, wegen so einer Lappalie jetzt vorbei ist hat man glaube ich bis Europa gehört.
Vier Tage konnte ich fast gar nicht auftreten und habe das Haus gehütet, bis ich endlich wieder mit ins Gebiet hinken konnte. Wenigstens hatte ich so noch etwas von der Landschaft und konnte bei dem Rest der Truppe dabei sein.
Der Rest der Zeit ging dann auch schnell rum. Dominik und ich verbrachten noch zwei Tage in Kapstadt bevor wir zurückflogen und ich kann euch eins sagen: Nachtleben in Kapstadt ist echt nicht schlecht, aber mit einem dicken Knie macht es trotzdem keinen Spaß.

Zuhause in München angekommen hatte mich der Alltag schnell wieder, mit dem Speedcup auf dem Münchner Königsplatz und der OutDoor stand eine Menge Arbeit an. Irgendwie wollte mein Knie aber nicht wirklich abschwellen, also ging ich doch mal zum Arzt. Meine Vermutung, dass ich mir einfach nur nochmal das Außenband gedehnt habe, hat sich dann leider als falsch erwiesen. Diagnose: Meniskusschaden, OP zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Den Zustand könnte man kurz als maximal scheiße beschreiben. Das Jahreshighlight meiner Arbeit, der anstehenden Boulderweltcup im Olympiastadion in München wieder auf Krücken zu erleben (letztes Jahr hatte ich zur gleichen Zeit eine Fraktur im rechten Sprunggelenk) versetzte mich nicht gerade in beste Laune.
Mit viel Glück bekam ich einen schnellen OP Termin, bei dem alles im Knie gerichtet wurde. Hier ein ganz großes Dankeschön an Dr. Christof Keinath, der mich behandelt hat und mir das Licht am Ende des Tunnels gezeigt hat.
Inzwischen geht es dem Knie wieder richtig gut. Der Genesungsverlauf ist super und ich kann sogar seit heute die ersten Schritte ohne Krücken machen. Also Boulderweltcup in München auf zwei Beinen :-)!!
Bis ich wieder klettern kann wird es noch sehr, sehr lange dauern. Grad ist es aber sogar so, dass es mich gar nicht so wirklich stört. Ich hatte mit dem Trip in die Rocklands mein Highlight in diesem Jahr und jetzt kann ich mich darauf konzentrieren wieder fit zu werden. Die ersten Pläne für 2013 sind aber schon gemacht, ich sag nur das Kabel lockt….