Seit knapp 6 Wochen bin ich nun wieder im regelmäßig am trainieren. Nachdem ich bei Andi Hofmann und Guido Köstermeyer den ersten Teil des Trainer B Wettkampfklettern Lehrgangs besucht habe, habe ich mein Training nach Vorbild von Guidos Trainingsskript umgestellt. Inzwischen hat die Schinderei in der Boulderwelt und in den verschiedenen Kletterhallen Münchens auch Früchte getragen.
Big Fat Boulder Session

Im April fand in der Boulderwelt das Finale der Big Fat Boulder Session statt. Zur frühen Stunde traf ich mich mit Moni Retschy und wir boulderten uns gemeinsam durch die abwechslungsreichen und schönen Qualiboulder.
Um 18 Uhr stand fest, dass ich mich für das Finale qualifiziert hatte, welches um 20 Uhr für die Herren startete. Hier konnte ich als einziger alle drei Finalboulder klettern und den Wettkampf für mich entscheiden. Fast wäre schon am zweiten Boulder Schluss gewesen, hier konnte ich erst im letzten Versuch den ersten Zug machen, bei dem ich zuvor zweimal kläglich versagt hatte.
Bayerische Bouldermeisterschaft 
Eine Woche später fand die Bayerische Bouldermeisterschaft in der Boulderhalle Rosenheim statt. Die Halle ist für so einen Wettkampf eigentlich zu klein, aber da es leider nur sehr wenig Starter waren passte die Größe der Halle optimal und es wurde ein schöner familiärer Wettkampf. Ich fühlte mich sehr gut und so war ich heiß und top motiviert für die Qualifikation. Fünf Boulder galt es zu bewältigen, alle sahen nicht sonderlich schwer aus und waren im Style sehr abwechslungsreich. Die ersten drei Boulder gelangen mir schnell im Flash, die letzten zwei stellten sich als größeres Problem heraus: Durch die vergangene Knie-OP kann ich mein Bein nicht mehr so gut aktiv abwinkeln. Leider war genau das bei einem Boulder gefragt, große Alternativen konnte ich auch nicht finden, also kein Top. Den fünften Boulder in der Quali habe ich schlichtweg verbockt. Hier musste man sich wackelig um eine Kante schieben und immer die richtige Körperposition finden, was mir einfach nicht gelingen wollte. Also insgesamt nur 3 Flash und 5 Zonen. Ich wusste, dass das knapp werden wurde und das wurde es: Platz 11 in der Qualifikation bedeutet ein ganz knapper Einzug ins Halbfinale der besten zwölf.
Im Halbfinale hatte ich dann einen echten Lauf. Die ersten drei Boulder gelangen mir im Flash, beim letzten Bonus im ersten Versuch. Während dem Klettern und in den Pausen bekam ich mit, dass die anderen Starter deutlich mehr Probleme mit den Bouldern hatten. Das Finale war also in greifbarer Nähe und am Ende der Runde reichte es sogar für Platz 2 im Halbfinale. Nur Martin Tekles gelang es alle vier Boulder zu klettern und setzte sich somit auf den ersten Platz.
Im Finale waren die Boulder dann nochmal eine Ecke härter als im Halbfinale, was leider für uns sechs Finalisten ein wenig zu viel war. Die Boulder 1 und 3 blieben ungeklettert. Boulder 4 wurde von fünf Finalisten geflasht, so brachte Boulder 2 die Entscheidung. Schon bei der Besichtigung war mir klar, dass die kleinen Leisten in der Welle nicht meine Welt sein werden. Es war ein einfaches straight-forward-Fingerstrom-Leisten-geballer Problem. Dieser Boulder konnte nur von Florian Wientjes und Martin Tekles geklettert werden, beide sogar im Flash. Alle anderen erreichten nicht mal die Bonuswertung. Ich ziehe meinen Hut vor dem Fingerstrom der beiden, die sich mit ihren Begehungen die ersten beiden Plätze sicherten. Mit einem Flash und drei Bonus im ersten Versuch konnte ich mir den dritten Platz sichern, mit dem ich mehr als zufrieden bin. Insgeheim hatte ich das Treppchen angepeilt, nach der knappen Qualifikation hatte ich diese Hoffnung aber fast aufgegeben und somit war der dritte Platz wirklich eine große Genugtuung.

Inzwischen habe ich es auch wieder zweimal an den Fels geschafft. Nach Kochel ging es und ich muss sagen, dass sich hier einige echte Perlen verstecken. Noch habe ich sogar nicht die großen bekannte Wände gesehen, aber das was ich gesehen habe hat mich schon wirklich überzeugt und hat Lust auf mehr gemacht!
In zwei Wochen geht es endlich zum urlauben und klettern ins schöne Zillertal. Die Ferienwohnung ist bereits gebucht und ich bin gespannt, ob ich meine Ziele dort auch wieder erreichen werde.
Fotos: Lulu Deubzer und unbekannt
Rocklands Part I - ein Traum wird wahr
Schon vor über 2 Jahren, kurz nach unserem Trip nach Albarracín haben wir nach einem neuen Gebiet Ausschau gehalten in das wir als Gruppe fahren können, um gemeinsam einen lässigen Bouldertrip verbringen zu können. Die Wahl fiel schnell auf Südafrika, die Rocklands sollten das Ziel der Begierde sein. Im Winter 2011 haben wir dann Nägel mit Köpfen gemacht, im Sommer 2012 sollte es los gehen! Im Januar wurden die Flüge gebucht, das Haus folgte kurze Zeit später und von da ab wurden die Tage bis zum Abflug gezählt. Stichtag war 30. Mai 2012, unser Flieger startete um 22:35 Uhr am Münchner Flughafen.
Um 19 Uhr starteten wir zu dritt von meiner WG in Süd-West-München per U- und S-Bahn zum Münchner Flughafen, eine heitere Reise mit drei Crashpads und Gepäck für vier Wochen. Ich war verdammt froh am Flughafen endlich einen Gepäcktrolli zu haben, auf dem ich mein ganzes Gepäck abladen konnte! Am CheckIn Schalter angekommen wartete die erste unangenehme Überraschung auf uns: Dominik, Nico, Freddy und ich legten zum einchecken unsere ausgedruckten Flugbuchungen auf den Tisch und bei Nico sagte die die Dame am Schalter “Ich kann sie nicht auf der Flugliste finden!”. Nico’s Flug wurde aus unerfindlichen Gründen kurz nach der Buchung storniert und so stand er ohne Platz in der Maschine da! Ok, kein Grund zur Panik, was können wir machen? “Gehen sie mal rüber zum Schalter von Emirates, die Helfen ihnen weiter.” kam es von der anderen Seite des Schalters. Gesagt, getan. Der Flug von Nico musste neu gebucht werden, 800€ auf den Tisch und sie sind dabei! Auf den Schock gab es am Gate erstmal ein letztes deutsches Bier. München-Dubai-Kapstadt, 17 Stunden später und unzählige Tetris Battles später waren wir an der Südspitze Afrikas angekommen. Noch den Mietwagen abholen….kurze Verwunderung, das Lenkrad ist rechts?! Keiner von uns hatte mitbekommen, dass in Südafrika Linksverkehr ist, aber das bekommen wir auch schon hin ;-). Dann weitere drei Stunden später waren wir in unserem Haus im Nirgendwo angekommen und fielen todmüde ins Bett.
Die Aussicht beim Aufstehen am nächsten Morgen verschlug uns einfach den Atem, aus jedem Fenster unserer Hütte konnte wir nur eins sehe: Blöcke…und zwar soweit das Auge reicht! Eine Landschaft, die wir uns schöner nicht hätten vorstellen können!
In den nächsten zwei Tagen wurden die Gebiete rund um unsere Hütte erkundet und auch schon einige Klassiker abgehakt. Schnell konnten wir merken, dass man hier unten nichts geschenkt bekommt und man auf jeden Fall mit seiner Haut haushalten muss, denn der Fells ist oftmals extrem rau. Wegen meinem leider immer noch lädierten Knie, suchte ich mir die Boulder mit vertretbarer Höhe und gutem Absprunggelände. Hier gibt es auch super viele Kinglines - Boulder 5 Meter und mehr, bei denen man noch ganz oben wacklige Moves machen muss. Schnell konnte ich einige Boulder bis 7C+ abhaken, darunter auch der Klassiker “Poison Dwarf direkt”, der direkt in der Nähe des Campingplatzes ist.
Dann nach den ersten zwei Tagen, war der Ruhetag extrem nötig, neben der Haut schmerzten auch alle Muskeln.
Weiter demnächst…….
Zurück am Plastik
Jetzt ist ein Monat seit meinem Kreuzbandriss vergangen und ich kann so langsam wieder ins “normale Bouldern” einsteigen. Eine wirkliche Trainingspause habe ich nicht eingelegt, will ja schließlich fit sein, wenn es in 20 Tagen nach Südafrika geht.
Es ist schön zu merken, dass die Schinderei am Campusboard in den letzten zwei Monaten doch einige Früchte getragen hat.
Rocklands ich komme :-)